Die US-Regierung schließt aus vorläufigen Erkenntnissen, dass höchstwahrscheinlich eine Bombe der Terrormiliz "Islamischer Staat" für den Absturz der russischen Verkehrsmaschine auf der Sinai-Halbinsel verantwortlich war. Dies verlautete in Washington aus Regierungskreisen. 

Dabei wurde auf abgehörte Informationen verwiesen. Allerdings gebe es noch keine offizielle Einschätzung der CIA oder anderer Geheimdienste, hieß es. Die Beweismittel von der Unfallstelle würden noch ausgewertet, darunter auch die Datenrekorder des Flugzeugs. Die Maschine sei vermutlich "von einem Sprengsatz im Gepäck oder anderswo im Flugzeug" zum Absturz gebracht worden, sagte ein Geheimdienstvertreter CNN.

Auch die britische Regierung hatte die Vermutung geäußert, dass es sich um einen Bombenanschlag handeln könnte. Zwar könne man die Ursache des Absturzes nicht eindeutig benennen, doch nährten immer mehr Informationen die Sorge, dass ein Sprengsatz dahinter stecken könnte, hieß es in einer Erklärung von Premierminister David Cameron. 

Der Airbus A321 war am Samstag kurz nach dem Start vom Badeort Scharm al-Scheich auf dem Weg nach St. Petersburg über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Alle Insassen, größtenteils russische Urlauber, starben. Am Mittwoch setzten Großbritannien und Irland vorerst alle Flüge nach Scharm al-Scheich aus. Grund sei die Befürchtung, dass die Maschine mit 224 Menschen an Bord wegen einer Bombe abgestürzt sein könne, teilte die britische Regierung mit. Zuvor hatte der IS seine Behauptung erneuert, er habe einen Anschlag auf die Maschine verübt.

Auf dem Sinai wurde die Suche nach Opfern und Trümmern erneut ausgeweitet. Die Bergungsteams seien jetzt auf einer Fläche von 40 Quadratkilometern unterwegs, sagte der russische Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow. Das Heck des Flugzeugs wurde nach einem Bericht des Senders Rossija-24 fünf Kilometer entfernt vom Wrack gefunden. 

Die russischen Ermittler wollten mit Verweis auf die laufende Untersuchung nach wie vor keine Erklärungen über die Ursache des Absturzes abgeben. Ein auf Satellitenbildern festgehaltener Hitzeblitz rund um das Flugzeug könnte Experten zufolge aber auf eine Explosion an Bord hindeuten, sei es durch eine technischen Defekt oder eine Bombe.