Der Münchner Bischof Heinrich Bedford-Strohm ist als Chef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wiedergewählt worden. Er bleibt für weitere sechs Jahre Ratsvorsitzender. Als stellvertretende Ratsvorsitzende wurde als einzige Kandidatin die Präses der evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, vorgeschlagen. Als höchster Repräsentant leitet der EKD-Chef die Kirchenverwaltung und vertritt protestantische Positionen in Gesellschaft und Politik. 

Bedford-Strohm steht für einen liberalen, weltoffenen, kommunikativen und ökumenischen Kurs. Auch innerhalb der EKD setzt sich der 55-Jährige dafür ein, dass die konfessionellen Bünde sich stärker als Einheit verstehen. Mit klaren Worten unterstützte er in Bremen den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik, außerdem brachte er die kirchliche Position in die Sterbehilfedebatte ein und mahnte mehr Rücksicht für die Familie bei der Wirtschaft an.

Bedford-Strohm, der am 30. März 1960 in einer Pfarrersfamilie zur Welt kam, studierte Theologie in Erlangen, Heidelberg und Berkeley (USA). Bis 2004 arbeitete er als Pfarrer in Coburg (Oberfranken), seit 2011 ist er Landesbischof von Bayern.

Das Spitzenamt hatte Bedford-Strohm vor einem Jahr von Nikolaus Schneider übernommen, der wegen der Erkrankung seiner Frau vorzeitig zurückgetreten war.