Mehrere Stunden waren die Berliner Polizisten am Donnerstagnachmittag im Einsatz, am Abend dann die Entwarnung: Zwei mutmaßliche Islamisten seien festgenommen worden, doch es gebe keine Hinweise auf geplante Anschläge in der Hauptstadt. Das teilte Polizeipräsident Klaus Kandt mit.

Ob es Hinweise auf Anschlagspläne für andere Bundesländer gebe, wollte er nicht sagen. "Die Sicherheitslage in anderen Bundesländern möchte ich nicht kommentieren." Seine Beamten hätten aufgrund von Hinweisen einer anderen Polizeibehörde vorsorglich eingegriffen. Die Gefahrenlage in Berlin habe sich durch den Einsatz nicht erhöht.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sagte: "Zwischen den Sicherheitsbehörden hat es einen Informationsaustausch über Hinweise auf einen möglichen Anschlag gegeben." Mehr wollte auch er nicht dazu sagen.

Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich nach Angaben des Tagesspiegels um einen Syrer und einen Tunesier. Sie wurden bei einer Razzia in Neukölln festgenommen, inzwischen aber wieder freigelassen. Der Zeitung zufolge werden sie der Terrormiliz "Islamischer Staat" zugerechnet.

In Neukölln war auch ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt worden, das den festgenommenen Männern gehören soll. Die Häuser in der Nähe des Fahrzeugs wurden evakuiert. Die Polizei hatte in dem Fahrzeug einen Gegenstand gefunden, der sich nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchung als nicht gefährlich herausstellte.

In einem zweiten Einsatz hatten Sicherheitskräfte eine Moschee durchsucht. Unter anderem sei ein Spezialeinsatzkommando an dem Einsatz beteiligt gewesen, der etwa eine Stunde dauerte, berichtete die Bild-Zeitung. Dieser Einsatz sei ohne Festnahmen oder Funde von verdächtigem Material beendet worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Aktualisierung, 27.11.: Die beiden Verdächtigen sind wieder frei. In der Nacht zu Freitag war ein dritter Mann in Spandau festgenommen worden, er ist ebenfalls wieder frei.