In Paris haben Unbekannte mehrere Anschläge verübt. Dabei sind nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters von Paris mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, die Nachrichtenagentur AP meldet unter Berufung auf die Polizei gar 35 bis 40 Tote.

Hier geht es zum Liveblog zu den Anschlägen von Paris. Eine Reportage von unserer Autorin Karin Finkenzeller vom späteren Abend lesen Sie hier.

In der Nähe des Pariser Fußballstadions Stade de France ereigneten sich zwei Explosionen. Dort fand zu diesem Zeitpunkt das Fußball-Länderspiel Frankreichs gegen Deutschland statt, bei dem auch der französische Präsident Francois Hollande und Außenminister Frank-Walter Steinmeier zugegen waren. Nach dem Abpfiff des Spiels wurden die Zuschauer zunächst am Verlassen des Stadions gehindert. 

Die Zuschauer des Fußballspiels wurden in der Folge aus drei Ausgängen aus dem Stadion im Norden von Paris geleitet. Hunderte Zuschauer hatten sich nach dem Abpfiff zunächst auf den Rasen begeben und dort ausgeharrt.

Mehreren Medien zufolge gab es zudem eine Schießerei in einem Restaurant im 10. Arrondissement von Paris. Wie die BBC berichtet, eröffnete ein Mann das Feuer mit einer automatischen Schusswaffe. Dem Fernsehsender BFM TV zufolge gibt es in der Pariser Konzerthalle Bataclan eine Geiselnahme. Polizeibeamter sagten der Nachrichtenagentur AP, dort seien 100 Menschen als Geiseln genommen. Ob die Taten zusammenhingen und was der Hintergrund war, blieb zunächst unklar.

Der stellvertretende Bürgermeister von Paris sagte im Sender CNN, die Anschläge hätten sich an mindestens drei verschiedenen Orten in der Hauptstadt ereignet. US-Sicherheitskreisen zufolge handelte es sich um koordinierte Taten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich erschüttert und entsetzt über die Attacken. "Wir stehen an der Seite Frankreichs", sagte Steinmeier in der französischen Hauptstadt. Dort war er gemeinsam mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande als Zuschauer bei dem Fußball-Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich im Stade de France. Inzwischen hält Steinmeier sich nicht mehr in Paris auf. Gegen 23.20 Uhr twitterte das Auswärtige Amt, Steinmeier sei nun auf dem Weg zur Syrien-Konferenz in Wien.

Das Motiv war zunächst unklar. Frankreich war im Januar von einer islamistisch motivierten Anschlagsserie erschüttert worden. Allein beim Überfall auf das Satireblatt Charlie Hebdo wurden damals zwölf Menschen getötet.