Polizei und Staatsanwaltschaft haben in Sachsen mehrere Menschen festgenommen, die an Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte beteiligt gewesen sein sollen. Vier Verdächtige im Alter zwischen 24 und 28 Jahren wurden festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) mitteilten. Darunter ist eine 27 Jahre alte Frau aus Freital

Bei der Durchsuchung von neun Wohnungen in beiden Städten seien Sprengmittel, eine Hakenkreuzfahne und weitere Nazi-Devotionalien gefunden worden. Gegen einen 26 Jahre alten Freitaler lagen bereits zwei Haftbefehle vor. Er soll zusammen mit der festgenommenen Frau am vergangenen Wochenende einen Sprengstoffanschlag auf eine von Syrern bewohnte Wohnung verübt haben. Ein Bürgerkriegsflüchtling war leicht im Gesicht verletzt worden, als vor den Fenstern der Wohnung deponierte Sprengsätze explodierten. Außerdem soll der Mann im Sommer Jagd auf Flüchtlingsunterstützer gemacht und mit einem Baseballschläger auf deren Auto eingeschlagen haben. Durch herumfliegende Glassplitter war ein Insasse verletzt worden. 

Zusammen mit den übrigen Verdächtigen werden die Frau und der Mann auch für einen Sprengstoff- und Buttersäure-Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt verantwortlich gemacht, das sich für eine Flüchtlingsunterkunft eingesetzt hatte. Diese Attacke hatte sich vor drei Wochen in Dresden ereignet.

Den Festgenommenen werden das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen, versuchte oder begangene gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Laut einem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks soll sich der Einsatz gegen die selbst ernannte Bürgerwehr FTL/360 gerichtet haben.

In der Vergangenheit war es in Freital immer wieder zu ausländerfeindlichen Protesten sowie Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterkünfte gekommen, teils mit Böllern oder anderen Sprengsätzen. Rechtsextreme und selbst ernannte Bürgerwehren machen in der Stadt auf aggressive Weise Stimmung. Es gab Angriffe auf Demonstranten, die sich für die Flüchtlinge in Freital einsetzten. Auch Stadtrat Michael Richter wurde mehrfach Ziel von Attacken.