Im NSU-Prozess wird Beate Zschäpe künftig von fünf Anwälten verteidigt. Wie der Tagesspiegel erfuhr, wird der Münchner Rechtsanwalt Hermann Borchert in das Verfahren eintreten. Er habe dem Oberlandesgericht München am gestrigen Dienstag eine Vollmacht Zschäpes vorgelegt, sagte Borchert der Zeitung. Der Strafrechtler ist in der derselben Kanzlei tätig wie Zschäpes vierter Verteidiger Mathias Grasel, der im Juli in den Prozess einstieg.

Borchert hat schon länger Kontakt zu Zschäpe und wird künftig ihr Wahlverteidiger sein, anders Grasel sowie deren Altverteidiger Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl. Sie alle sind Pflichtverteidiger.

Borchert wollte sich nicht dazu äußern, warum er in das Verfahren eintritt. Auch werde er nicht an jedem Verhandlungstag vor dem Münchner Oberlandesgericht erscheinen. "Ich werde an bestimmten Tagen im Prozess auftreten", sagte er der Zeitung.

Am gestrigen Dienstag hatten Heer, Stahl und Sturm um ihre Entlassung gebeten, weil eine Verteidigung "im Sinne der Interessen unserer Mandantin" nicht mehr möglich sei. Die drei Altverteidiger hatten am Montag durch die Medien erfahren, dass Zschäpe vor Gericht aussagen wolle. Grasel werde die Aussage verlesen, hieß es. Anträge von Zschäpes Anwälten und dem Mitangeklagten Ralf Wohlleben brachten den Zeitplan jedoch durcheinander. Die Aussage wurde verschoben. Auf wann, ließ Richter Manfred Götzl offen.