Vier Preisträger haben in Stockholm den Alternativen Nobelpreis erhalten. Die Right-Livelihood-Award-Stiftung verlieh eine der mit 106.000 Euro dotierten Auszeichnungen an Kasha Jacqueline Nabagesera, die in Uganda für die Rechte von Homo-, Inter- und Transsexuellen kämpft. "Nabagesera ist eine der mutigsten und direktesten Menschenrechtsaktivisten in ihrer Heimat", sagte Stiftungsgründer Jakob von Uexküll im schwedischen Reichstag.

Ein weiterer Preis ging an den italienischen Arzt Gino Strada für seine Versorgung von Menschen in Konfliktgebieten. Strada hatte in den vergangenen beiden Jahrzehnten mit seiner Organisation Emergency mehr als sechs Millionen Menschen medizinisch versorgt. "Leider wird ihre Arbeit heute mehr gebraucht denn je", sagte von Uexküll. Die NGO kümmert sich auch um viele der Millionen Flüchtlinge, die sich 2015 auf den Weg nach Europa gemacht haben. Der Right Livelihood Award, so der offizielle Name des Alternativen Nobelpreises, ging zum ersten Mal in seiner Geschichte nach Italien und Uganda. 

Außerdem zeichnete die Stiftung die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier aus, ein Ehrenpreis ging an das Volk der Marshallinseln und ihren Außenminister Tony de Brum. De Brum hatte 2014 vor dem Internationalen Gerichtshof Klagen gegen alle neun Atomstaaten eingereicht, weil sie sich nicht an die Abmachungen aus dem Atomwaffensperrvertrag hielten.

Im vergangenen Jahr hatte Edward Snowden den Alternativen Nobelpreis erhalten. Er konnte ihn allerdings nicht selbst im Empfang nehmen. Der US-Whistleblower hält sich in Russland auf, um sich einer Strafverfolgung durch die US-Behörden zu entziehen. Die Reise nach Stockholm war ihm im vergangenen Jahr zu riskant. "Es ist der Ehrgeiz der Right-Livelihood-Award-Stiftung, dass er 2016 als freier Mann nach Schweden kommen und in Sicherheit seinen Preis entgegennehmen kann", sagte von Uexküll.    

Mit dem Alternativen Nobelpreis werden seit 1980 jedes Jahr Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden geehrt. Bislang zählt die Stiftung 162 Preisträger aus 67 Ländern. Initiiert hat den Preis der deutsch-schwedische Publizist, Philatelist und spätere Europa-Abgeordnete Jakob von Uexküll. Eine internationale Jury entscheidet über die Preisträger.