In Deutschland waren im vergangenen Jahr 20,6 Prozent von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das sind 16,5 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt nach Ergebnissen der Erhebung Leben in Europa (EU-SILC) mitteilte. Das war etwas mehr als 2013, als etwa 16,2 Millionen betroffen waren. In der gesamten Europäischen Union lag der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen deutlich höher als in Deutschland – EU-weit war demnach jeder Vierte betroffen.

Jemand gilt nach EU-Definition als armutsgefährdet, wenn er über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2014 lag dieser Schwellenwert für Alleinlebende in Deutschland bei 987 Euro im Monat. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert 2014 bei 2.072 Euro im Monat.

Danach war mit 16,7 Prozent der Bevölkerung jeder Sechste in Deutschland im Jahr 2014 von Armut bedroht. Das entsprach rund 13,3 Millionen Menschen. Weitere fünf Prozent der Bevölkerung waren "von erheblicher materieller Entbehrung betroffen". Sie waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren.