Im Elsass hat sich ein schweres Zugunglück ereignet. Auf der Teststrecke für Hochgeschwindigkeitszüge entgleiste ein TGV während einer Testfahrt. Mindestens zehn Menschen starben, 34 Menschen wurden verletzt, zwölf davon schwer. Fünf Menschen werden noch vermisst.

Die genaue Ursache des Unfalls an der Kanalbrücke nördlich von Straßburg ist noch unklar. Nach Medienberichten wurden der vordere und hintere Triebwagen sowie sechs Waggons von der Brücke in den Rhein-Marne-Kanal geschleudert. Der Zeitung Dernières nouvelles d'Alsace zufolge wurde ein terroristischer Hintergrund aber ausgeschlossen. 

Das Unglück ereignete sich auf der neuen TGV-Strecke, die im Frühjahr 2016 in Betrieb gehen soll. Ab April soll die Schnellverbindung zwischen Straßburg und Paris nur noch etwa eine Stunde und 50 Minuten dauern. Zurzeit sind es noch zwei Stunden und 20 Minuten. Auch die Fahrzeiten zwischen Paris und den deutschen Zielen München, Stuttgart und Frankfurt am Main sollen dadurch kürzer werden.

Die TGV (Train à Grande Vitesse) sind eine Marke der französischen Staatsbahn SNCF und gehören zu den schnellsten Schienenfahrzeugen der Welt. Die Höchstgeschwindigkeit im normalen Betrieb beträgt etwa 320 Kilometer pro Stunde. Für den TGV wurden vor allem in Frankreich viele Schnellfahrstrecken gebaut, die erste 1981 zwischen Paris und Lyon.

Die TGV sowie deren Geschwisterzüge Thalys und Eurostar verkehren außer in Frankreich auch in Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Luxemburg, Italien und Spanien. Der Zug des Herstellers Alstom erreichte 2007 bei einer Rekordfahrt eine Spitzengeschwindigkeit von fast 575 Stundenkilometern.