Bei einer Schießerei an einer Abtreibungsklinik im US-Bundesstaat Colorado sind nach Polizeiangaben drei Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei der Stadt Colorado Springs mit. Unter den Toten sei ein Polizeibeamter. Ein Bewaffneter hatte sich in einer Abtreibungsklinik verschanzt und sich Schusswechsel mit der Polizei geliefert. Der Mann ergab sich Stunden später. Er wurde festgenommen.

Nach der Festnahme des Mannes durchsuchten Spezialisten die Klinik Zimmer für Zimmer – auf der Suche nach möglichen Sprengsätzen und weiteren Opfern. Der Mann habe mehrere Gegenstände mit sich gebracht, und es sei nicht klar, worum es sich handele, teilte die Polizei mit.

Der Vorfall begann nach ihren Angaben in einem Einkaufszentrum in Colorado Springs. Zu dem Komplex gehören eine Reihe von Läden, Banken und die Abtreibungsklinik von Planned Parenthood. Diese Organisation bietet Frauen medizinische Betreuung an und führt auch Schwangerschaftsabbrüche durch. Nach Angaben des Weißen Hauses wurde Präsident Barack Obama über den Vorfall unterrichtet.

In den USA hatten radikale Abtreibungsgegner in der Vergangenheit allerdings wiederholt Anschläge auf Abtreibungskliniken verübt.  Die Nichtregierungsorganisation National Abortion Federation verzeichnete seit Mitte der 70er Jahre mehr als 200 Bomben- und Brandanschläge auf Abtreibungskliniken. Im Mai 2009 war im Bundesstaat Kansas der Abtreibungsarzt George Tiller erschossen worden.

In Colorado Springs liegt die letzte Schießerei nicht einmal einen Monat zurück. Anfang November hatte eine bewaffnete Person im Zentrum der Stadt drei Menschen erschossen, bevor sie von der Polizei getötet wurde. Außerdem gab es in Colorado im Jahr 2013 einen Toten bei einem Schusswechsel an einer High School. Bislang scheiterten Obamas Versuche, strengere Regeln durchzusetzen, am Widerstand der Republikaner im Kongress – und an der mächtigen Waffenlobby.