Ein schweres Erdbeben hat die Hindukusch-Region erschüttert. In der pakistanischen Stadt Peschawar seien mehr als 30 Menschen beim Einsturz von Häusern und Mauern verletzt worden, sagte ein Sprecher der örtlichen Einsatzkräfte. Tote wurden zunächst nicht gemeldet.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wackelten ebenfalls Gebäude, Bewohner wurden aus ihrem Schlaf gerissen und flüchteten ins Freie. Aus Angst vor möglichen Nachbeben blieben viele Menschen trotz des kalten Winterwetters im Freien. Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul und im indischen Neu-Delhi war das Beben zu spüren.

Der pakistanische Behördenvertreter Ghulam Rasool bezifferte die Stärke des Erdbebens, das 59 Sekunden lang gedauert habe, mit 6,9. Die US-Erdbebenwarte USGS meldete hingegen 6,2. Jährlich gibt es weltweit schätzungsweise etwa 100 Erdbeben der Stärke 6,1 bis 6,9.

Auch darüber, wo das Zentrum des Bebens lag, gingen die Angaben auseinander. Laut Rasool lag es in Tadschikistan nahe der Grenze zu Afghanistan, laut USGS auf afghanischer Seite. Das Erdbeben-Informationszentrum EMSC verortete das Beben etwa 280 Kilometer nördlich der pakistanischen Stadt Peschawar und in etwa 200 Kilometern Tiefe. Je tiefer das Zentrum eines Bebens liegt, desto weiter sind Erschütterungen spürbar.

Immer wieder schwere Erdbeben

In der Region am Hindukusch kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben. Hier schiebt sich die Indische Platte unter die Eurasische, was massive Eruptionen auslösen kann. Erst im Oktober waren bei einer Erschütterung der Stärke 7,5 rund 400 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 weitere starben, als eine Woche später in Pakistan ein Gebäude einstürzte.

Vor einem halben Jahr starben beim bislang schwersten Erdbeben in Nepal 9.000 Menschen, 900.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. 2005 waren bei einem noch stärkeren Erdbeben in Pakistan mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen.