Der Begriff "Flüchtlinge" ist zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden. Dies gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden bekannt. Es stehe für das beherrschende Thema, begründeten die Sprachforscher ihre Entscheidung. 

Die Expertenjury kürt jedes Jahr Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt haben. Eingereicht wurden diesmal etwa 2.500 Vorschläge, aus denen die Sprachforscher ihren Favoriten bestimmt haben. Themenfelder waren unter anderem Asyl/Flüchtlinge, Pegida und Islamismus sowie Griechenland, Russland und Volkswagen.

Im vergangenen Jahr – pünktlich zum Mauerfall-Jubiläum – war die Berliner "Lichtgrenze" das Wort des Jahres. Den sprachlichen Nerv der Zeit hatten in den Jahren zuvor die Abkürzung GroKo (2013), die Rettungsroutine (2012) und der Stresstest (2011) getroffen.

Die Aktion der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gibt es bereits seit dem Jahr 1977. Sie selbst nennt als Kriterium für die Auswahl der Wörter "nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität". So treffe die Liste den sprachlichen Nerv des sich dem Ende neigenden Jahres und stelle auf ihre Weise einen Beitrag zur Zeitgeschichte dar. "Die ausgewählten Wörter und Wendungen sind jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden", so die Sprachforscher.

Flüchtlingshilfe - Einstehen für syrische Flüchtlinge