Der frühere Chef der Leipziger Stasi, Manfred Hummitzsch, ist tot. Nach langer Krankheit starb er im Alter von 86 Jahren. Hummitzsch leitete viele Jahre die Leipziger Bezirksverwaltung des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der DDR.

Er wurde 1929 als Sohn eines Lagerarbeiters geboren. Im August 1950 begann er als operativer Mitarbeiter für das MfS zu arbeiten. Sieben Jahre später, 1957, wurde Hummitzsch Abteilungsleiter der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS), der sogenannten Runden Ecke. Dort übernahm er ab 1966 die Leitung.

Maßgeblich soll Hummitzsch daran beteiligt gewesen sein, dass die Montagsdemonstrationen in Leipzig friedlich blieben. Erich Honecker hatte damals befohlen, dass alle Demonstrationen unterbunden werden sollten. Aber Hummitzsch weigerte sich, Schusswaffen gegen die Bürger einzusetzen. Das hatte er auch seinen Mitarbeitern, die auf den Straßen im Einsatz waren, verboten – entgegen der Dienstvorschriften des Ministers. In einer Besprechung mit Honecker sagte er, dass es "weder durch den Einsatz von Schußwaffen noch anderer polizeilicher Hilfsmittel möglich sein würde, die Demonstrationen zurückzudrängen".

In späteren Aussagen behauptete Hummitzsch, dass der Chef der Stasi, Erich Mielke, ihn telefonisch angewiesen habe, auf Gewalt zu verzichten. "Mein Mann hat seine Arbeit nie geleugnet und immer dafür geradegestanden", sagte Hummitzschs Witwe nun.