Mitarbeiter des US-Grenzschutzes haben am Londoner Flughafen Gatwick eine muslimische Familie daran gehindert, in die USA zu reisen. Die elf Familienmitglieder hatten Flüge nach Los Angeles gebucht. Dort wollten sie Verwandte und das Disneyland besuchen. Es sei ihr weder erklärt, noch begründet worden, warum sie nicht fliegen durften, teilte die Familie mit.

Mitarbeiter von Großbritanniens Premier David Cameron hätten versprochen, dass der Regierungschef den Fall untersuchen werde, berichtet der Guardian. Die britische Abgeordnete Stella Creasy hatte in einem Gastbeitrag zuvor auf den Fall aufmerksam gemacht. "Dies ist mehr als eine traurige Geschichte über falsche Gatenummern und Probleme mit den Dokumenten", schrieb sie.

Die Familie hatte ihre Flüge bereits online eingecheckt und ihre Boardingpässe erhalten, als sie am Gate gestoppt wurden, sagte ein Mitglied der Familie dem Guardian. "Es ist wegen der Angriffe auf Amerika – sie denken jeder Muslim sei eine Gefahr." Eine Erklärung von den Behörden hätten sie bis heute nicht erhalten. Lediglich die Fluggesellschaft habe der Familie mitgeteilt, dass sie die 9.000 Pfund nicht erstatten werde, welche die Reise gekostet hatte.

Die Zahl der britischen Muslime, die über ähnliche Vorfälle berichten würden, nehme zu, heißt es in Creasys Beitrag. Vor zwei Wochen hatte der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gefordert, dass es Muslimen verboten werden müsse, in die USA zu reisen. Diese Forderung führe zu einer wachsenden Angst britischer Muslime vor Diskriminierung, schreibt Creasy.

In Zivil gekleidete Mitarbeiter des US-Heimatschutzministeriums sind an mehreren großen Flughäfen stationiert, darunter Amsterdam, Frankfurt, Manchester, Madrid, Paris und Tokyo. Das bestätigte John P. Wagner, ein Kommissar der Organisation, im Juni vor dem Repräsentantenhaus. An den Flughäfen würden die Mitarbeiter gemeinsam mit den lokalen Behörden arbeiten, um mögliche Terroristen und andere Hochrisikopassagiere zu identifizieren.

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