In Nepal sind mehrere Überlebende des schweren Erdbebens nach einem Wintereinbruch in Notunterkünften gestorben. Im Dorf Thokarpa sind bereits sechs Menschen durch die Kälte gestorben, berichtet die Zeitung Kantipur. Viele Menschen in dem Land am Himalaya-Gebirge müssen den Winter in Wellblechhütten und Planen überstehen. In der vergangenen Woche fielen die Temperaturen unter null Grad Celsius.

Nach dem Erdbeben im April läuft der Wiederaufbau in Nepal nur sehr langsam. Die zerstrittenen Parteien des Landes verschleppten die Verwendung der internationalen Hilfsgelder. Die Regierung in Kathamandu hatte allen Erdbeben-Überlebenden eine Unterstützung in Höhe von 10.000 Rupien, rund 86 Euro, versprochen. Damit sollten sich die Betroffenen warme Kleidung kaufen. Tausende Menschen erhielten das Geld nicht oder mussten davon Nahrungsmittel kaufen.

Auch eine Blockade an der Grenze zu Indien macht den Menschen im Himalaya zu schaffen. Da kaum Lastwagen nach Nepal kommen, fehlt es im Land an Benzin, Baumaterialien und Kochgas. Die Kinderhilfsorganisation Unicef weist darauf hin, dass durch die Blockade auch Tuberkulose-Medikamente und Antibiotika fehlen. Die Gesundheit von bis zu drei Millionen Kindern sei gefährdet. Die Vereinten Nationen haben mehrmals dazu aufgefordert, die Blockade aufzulösen, bislang erfolglos.

Bei der Blockade geht es um einen Streit zur neuen Verfassung in Nepal. Einige Bevölkerungsgruppen im Süden des Landes fühlen sich benachteiligt und protestieren, zum Teil auch gewalttätig, gegen die Verfassung.

Hilfsorganisationen haben Schwierigkeiten, zu den betroffenen Personen durchzukommen, um Decken und Nahrungsmittel zu verteilen, da es kaum Benzin gibt. Da in Nepal vorzugsweise mit Gas gekocht wird, müssen die Familien wegen des Mangels an Gasflaschen auf Holz umsteigen.

Im April 2015 war es in Nepal zu einem schweren Beben der Stärke 7,8 gekommen, bei dem mehr als 9.000 Menschen starben. Zudem wurden 600.000 Häuser zerstört und Millionen Menschen obdachlos.