Drei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris suchen belgische und französische Ermittler zwei Männer, die laut Brüsseler Staatsanwaltschaft mit dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gut zwei Monate vor den Attentaten in Ungarn gewesen sein sollen. Dabei hätten die Verdächtigen gefälschte Pässe mit den Namen Samir Bouzid und Soufiane Kayal bei sich getragen. Die Polizei veröffentlichte die Fotos der beiden im Internet. Sie warnte, die Männer seien gefährlich und wahrscheinlich bewaffnet.

Am 9. September sei der 26-jährige Abdeslam, der Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris, an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich in Begleitung von zwei anderen Personen kontrolliert worden. Die Gruppe sei in einem Mercedes unterwegs gewesen. Abdeslam sei im September zweimal in einem Mietwagen nach Budapest gereist, sagte die Staatsanwaltschaft.

Zudem sei unter dem falschen Namen Kayals ein Haus in der belgischen Stadt Auvelais gemietet worden. Dieses hätten Behörden bereits als möglichen Ort für die Herstellung der Bomben durchsucht, die bei den Pariser Anschlägen von den Selbstmordattentätern benutzt worden seien.

Mit dem anderen gefälschten Ausweis auf den Namen Bouzid sei vier Tage nach den Pariser Attentaten eine Geldüberweisung getätigt worden. Eine Summe von 750 Euro ging demnach an die Cousine des mutmaßlichen Hintermanns der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud. Hasna Aitboulahcen wurde wie Abaaoud bei einem Polizeieinsatz im nördlich von Paris gelegenen Saint-Denis getötet.

Die EU-Innenminister einigten sich derweil, Polizeibehörden in EU-Staaten den Austausch von Fluggastdaten zu ermöglichen. Darunter fallen Namen, Reisedaten sowie Kreditkartennummern und Kontaktdetails von Reisenden, die mit europäischen Fluggesellschaften in die oder aus der EU oder zwischen Mitgliedsstaaten reisen. Die Daten sollen sechs Monate lang gespeichert werden. Der Beschluss muss noch vom EU-Parlament abgesegnet werden.