Bei einem Bombenanschlag in der Nähe einer U-Bahnstation in Istanbul sind am Nachmittag fünf Menschen verletzt worden. Dies sagte der Bürgermeister des Viertels Bayrampasa, Atilla Aydıner. Der Sprengsatz sei an einer Überführung in der Nähe der U-Bahnstation Bayrampasa versteckt gewesen. Er explodierte gegen 16.30 Uhr deutscher Zeit. Der U-Bahn-Verkehr in der gesamten Stadt wurde vorübergehend eingestellt, ist nun aber wieder freigegeben. Krankenwagen und Polizei sind vor Ort.

Private türkische Medien berichten, ein Mensch sei getötet, bis zu sechs weitere verletzt worden. Aydıner bestätigte, es gebe fünf Verletzte. Nach Darstellung des türkischen Fernsehsenders NTV war an der Haltestelle Panik ausgebrochen. Der Sender Habertürk TV hatte zunächst berichtet, Auslöser der Detonation könnte auch die Explosion eines Trafos gewesen sein. Die türkische Polizei wollte sich zur Ursache bislang nicht äußern.

Die Nachrichtenagentur Dogan und die Zeitung Hürriyet berichten unter Berufung auf Sicherheitskreise, es habe sich um einen selbst gebauten Sprengsatz gehandelt, der in einem Schlauch an einer über die Gleise führenden Fußgängerbrücke versteckt gewesen sei.

Dogan zeigte auch Bilder, die aus einer Überwachungskamera stammen sollen. Darauf zu sehen ist eine Explosion, die wie ein Feuerwerk aussieht. Auf den Bildern ist auch ein weißer Van mit kaputter Windschutzscheibe auf der Überführung zu sehen. Die staatliche Agentur Anadolu berichtete, einer der Verletzten sei ein 36-jähriger Mann. Sein Zustand sei aber nicht ernst. Es war zunächst nicht klar, ob er zum Zeitpunkt der Explosion im Auto saß.

Kurz nach der Explosion hatte Anadolu den Gouverneur der Stadt, Vasip Sahin, zitiert: "Die Ursache der Explosion ist unbekannt", sagte er. "Wir prüfen jede Möglichkeit." Sahins Angaben zufolge wurde eine Person leicht verletzt.

Die Türkei ist nach mehreren Terroranschlägen in erhöhter Alarmbereitschaft. Im Oktober hatte ein Attentat auf eine kurdische Friedenskundgebung in Ankara rund 100 Menschen in den Tod gerissen. Zuvor hatte es bereits in Suruç an der türkisch-syrischen Grenze einen tödlichen Anschlag gegeben.