Frauenfreunde

Die Menge war "tausendköpfig", meldete in der ersten Freude des Superlativs unsere wie stets kurz nach der Tat zum Ort des Verbrechens geeilte Gewerkschaft der Polizei. Nach Ausnüchterung und bei nochmaligem Nachzählen ergaben sich "circa 400" Köpfe.

Es ist nun, liebe Christen und Muslime, leider nicht ausgeschlossen, dass sich in dieser Menge zwei Jesuiten auf der Durchreise von Oslo nach Rom befanden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass sich unter den organisierten Taschendieben eine Frau, vier Iren und zwölf Russen befunden haben. Die sich wie überall übergebenden britischen Domstadtbesucher lassen wir hier beiseite, um nicht unnötige Ressentiments zu schüren. Warum sollte das alles ausgeschlossen sein, da wir ja nicht wissen, was "die Tat" dieser organisierten Bande und was "die Täter" waren?

"21 Verdächtige sind identifiziert", meldete der Deutschlandfunk am 8. Januar, "allerdings befinden sich noch nicht alle in Gewahrsam". Ja gut, sagt der noch nicht vollständig benebelte Kriminologe: Wenn alle Tatverdächtigen in Deutschland "in Gewahrsam" (meint wahrscheinlich: Untersuchungshaft) zu nehmen wären, müssten wir die Anzahl der Gefängnisse etwa verzehnfachen. Dann gründet Pegida eine Bürgerbewegung gegen Justizvollzugsanstalten und für die Einführung der vorläufigen Todesstrafe.

Integrationsvereinbarung

Wir müssen sie anders fassen, die Nordafrikaner und Araber: Herr Buschkowsky, Bezirksbürgermeister a. D., Experte für Libanesen-Integration, der es wissen muss, hat am 6. Januar im Deutschlandfunk gesagt, er habe schon immer gesagt, dass Integration kein Spaß ist. Es müssten endlich Integrationsvereinbarungen her, und wir müssten von den Arabern verlangen, sich an unsere Werte anzupassen.

Lieber Herr Buschkowsky, wir wollen jetzt nicht fragen, wann und woher Ihre eigenen, sehr geehrten Vorfahren ins schöne Deutschland eingewandert sind und ab wann und warum sie sich "wir" nannten und welche Vereinbarungen sie damals unterschrieben haben. Es stellt sich hier die rechtsdogmatisch interessante Frage, ob der Integrationsvereinbarungsvertrag rechtswirksam auch für Folgegenerationen abgeschlossen werden kann. Ich würde sagen: nein. Wir, also wir Inländer, müssten also von den (angeblich!) integrationswilligen Ausländern auch in der zweiten und dritten Generation verlangen, dass sie sich schriftlich gegenüber der örtlichen Integrationsbehörde verpflichten, freitags Fisch und sonntags Schwein zu essen, die Frau zu achten und den Propheten im Herzen, aber nicht durch die Straßen zu tragen. Für die Polen ist "Prophet" natürlich durch "Muttergottes" zu ersetzen.

Ist die Integration mit der Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft beendet? Ich meine: nein; beides hat wenig miteinander zu tun und trifft sich nur zufällig. Dann müssten, wenn man es genau, also deutsch nimmt, der Herr Buschkowsky und der Herr de Maizière nun am Ende auch noch eine solche Vereinbarung unterschreiben.

Wie auch immer: Es scheint, liebe Mitbürger mit Namen auf "-ky", die Integration der polnischen Armutsflüchtlinge im Durchschnitt einigermaßen gelungen zu sein. Obwohl ja gerade die Polen (Teile von Gruppen nennen sie bis heute "Pollacken", aber nur aus Spaß) seit dem 19. Jahrhundert vielfach auffielen durch Organisierte Kriminalität, Bandenbildung, Rückzug in Polnisch sprechende Subkulturen und Komasaufen von Schnäpsen, von denen der Gelsenkirchener noch nie gehört hatte.

Harald Schmidt, Flüchtling aus Böhmen, Schauspieler in Düsseldorf bei Köln, ist öffentlich Multimillionär geworden mit Polenwitzen, ohne dass eine einzige Bundeskanzlerin jemals gesagt hat, die ganze Härte des Rechtsstaats müsse entfaltet werden gegen den xenophoben Mob. Und Alfred Tetzlaffs dumpfe Muslimfeindlichkeit ist noch in der siebten Wiederholung am Silvesterabend ein echter Brüller. Alles extrem satirisch. Kommt ein Muslim zum Arzt …

Es spricht, liebe Leser, der Fachmann: In acht Jahren neue Bundesländer wurden dem Kolumnisten vier mit Herzblut abbezahlte Kraftfahrzeuge entwendet und allesamt gen Oder-Neiße entführt. Aber was soll's: Der Pole stiehlt, was er nicht hat, da ist er wie der Chinese. Ich wäre überrascht gewesen, wenn mein Golf VR6 in Leipzig von einer Wolfsburger Rentnerin geknackt worden wäre.