Der Skandal um sexuelle Gewalt von UN-Blauhelmsoldaten und französischen Friedenstruppen gegen junge Frauen in der Zentralafrikanischen Republik nimmt immer schlimmere Dimensionen an. Die Vereinten Nationen teilten in New York mit, es gebe 108 neue mutmaßliche Missbrauchsopfer. Die meisten davon seien noch minderjährig.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich zutiefst erschüttert über die Berichte. Der französische UN-Botschafter François Delettre sagte, sie seien widerlich und abscheulich. Falls sich die Vorwürfe als wahr herausstellten, werde es exemplarische disziplinarische Maßnahmen geben.

Der Hilfsorganisation Aids-Free World zufolge sagten drei Opfer einem UN-Mitarbeiter, dass sie 2014 gefesselt, ausgezogen und dann von einem französischen Militärkommandeur zum Sex mit einem Hund gezwungen worden seien. Später hätten sie etwas Geld bekommen.

Frankreich hatte den Militäreinsatz  in seiner ehemaligen Kolonie im Dezember 2013 angesichts der tödlichen Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen gestartet. Seit September 2014 sind in Zentralafrika zudem Blauhelmsoldaten der UN-Truppe Minusca im Einsatz.

UN-Sprecher Stephane Dujarric sagte, die Berichte bezüglich des Hundes seien noch nicht verifiziert. Die Ermittlungen dauerten an. Die Regierungen aller drei Länder, die sich an der Friedensmission für die Zentralafrikanische Republik beteiligt hatten, seien darüber informiert worden. Neben Frankreich sind das Gabun und Burundi.

Seit Monaten stehen die Vereinten Nationen wegen wiederholten Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs und anderer Sexualverbrechen durch Blauhelme im Zwielicht. Zu Übergriffen soll es neben der Zentralafrikanischen Republik vor allem in Kongo gekommen sein.

Dujarric zufolge ist ein Inspektorenteam der UN vor Ort, um derzeit das genaue Ausmaß zu ermitteln. Die verdächtigen Soldaten müssten im Zuge der Ermittlungen in ihren Lagern bleiben.