Ausländische Flüchtlingshelfer in Griechenland werden beschuldigt, mit gezielten Falschinformationen für Chaos unter Flüchtlingen gesorgt zu haben. Diesmal kam es auf der Ägäis-Insel Chios zum Aufruhr, als 200 Flüchtlinge per Boot auf die nahegelegene griechische Insel Leros umgesiedelt werden sollten. Wie der Radiosender Athina 984 berichtet, wurden zwei der sieben Aktivisten festgenommen. Ihre Nationalität ist bisher nicht bekannt.

Mit der Maßnahme, die Flüchtlinge nach Leros zu bringen, wollten die griechischen Behörden das heillos überfüllte Abschiebelager auf der Insel Chios entlasten. Als die Menschen sich bereits auf einem Boot befanden, riefen ihnen den Angaben zufolge die Aktivisten vom Hafen aus zu, sie würden nun in die Türkei gebracht und sollten schnell von Bord gehen. Daraufhin brachen die Menschen das Tor der Reling auf und rannten davon, heißt es in dem Bericht. Letztlich setzten nur 39 Flüchtlinge nach Leros über.

In Griechenland wird die Rolle der freiwilligen ausländischen Flüchtlingshelfer zunehmend kritisch gesehen. Vor knapp drei Wochen war es im nordgriechischen Grenzort Idomeni zu Zusammenstößen von Flüchtlingen mit mazedonischen Grenzern gekommen, nachdem Aktivisten Flugblätter verteilt hatten, in denen zum "Marsch auf die Grenze" aufgerufen worden war. Medienberichten zufolge handelte es sich bei den Verantwortlichen in der Mehrheit um deutsche und britische Linksaktivisten.