Bei einem starken Erdbeben auf der Insel Kyushu sind mindestens zwei Menschen gestorben, 45 wurden verletzt. Häuser stürzten ein, Straßen wurden aufgerissen, Strom- und Wasserleitungen beschädigt, teilten Sprecher der Katastrophenschutzbehörde der Präfektur Kumamoto mit. Die beiden Toten habe es in der Stadt Mashiki gegeben, die 15 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Kumamoto liegt.

Mindestens 19 Häuser seien eingestürzt, sagte Kabinettssekretär Yoshihide Suga. "Wegen der nächtlichen Dunkelheit ist das Ausmaß der Schäden noch unklar."

Kyushu ist die südlichste der vier Hauptinseln Japans. Der Zugverkehr in der Region wurde unterbrochen. Es bestehe keine Gefahr eines Tsunamis, teilte die japanische Meteorologiebehörde mit. 

Das Erdbeben wurde von der US-Erdbebenwarte USGS mit der Stärke 6,2 gemessen. Ein Nachbeben 40 Minuten später erreichte nach Angaben der japanischen Meteorologischen Behörde die Stärke 5,7. Das Zentrum des Bebens befand sich in der Präfektur Kumamoto in einer Tiefe von 23 Kilometern.

Anwohner in den betroffenen Gebieten berichteten von herunterfallenden Gegenständen, einstürzenden Mauern und herabfallenden Deckenverkleidungen. Die Erschütterungen hätten langsam angefangen, sich dann gesteigert und eine halbe Minute gedauert.

Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Denryoku waren die zwei Reaktoren des rund 130 Kilometer entfernten Kernkraftwerkes Sendai nicht vom Erdbeben betroffen. Vor gut fünf Jahren war es in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zu Kernschmelzen im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gekommen.