Die Bundesanwaltschaft hat Berichten widersprochen, nach denen das verstorbene NSU-Mitglied Uwe Mundlos und die in München angeklagte Beate Zschäpe nach ihrem Abtauchen in Betrieben des V-Manns Ralf M. gearbeitet haben sollen. Die Ermittlungen hätten dafür bislang keinerlei Anhaltspunkte ergeben, sagte eine Sprecherin der Behörde Spiegel Online.

Ralf M. ist ein Neonazi aus Zwickau und ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes. Ein Autorenteam der Zeitung Die Welt hatte berichtet, Mundlos habe von 2000 bis 2002 und damit kurz nach seinem Abtauchen und zu Beginn der NSU-Mordserie in einer Baufirma von M. gearbeitet.

Die Deutsche Presse-Agentur hatte von einem früheren Geschäftspartner des Mannes Hinweise darauf bekommen, dass Zschäpe in einem von M. betriebenen Szeneladen gearbeitet habe. In einem der dpa vorliegenden Protokoll des Bundeskriminalamts von 2012 wird ein Vernehmer mit den Worten wiedergegeben: "Es liegen Erkenntnisse vor, dass die Beate Zschäpe im Ladengeschäft gearbeitet oder wenigsten (sic) mit ausgeholfen hat."

Spiegel Online berichtete dagegen unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass in den vergangenen Jahren frühere Mitarbeiter der Baufirma und das Personal von den Ladengeschäften eingehend zu dem NSU-Trio befragt worden seien. Belastbare Anhaltspunkte, nach denen Mundlos oder Zschäpe bei M. beschäftigt gewesen sein könnten, hätten sich daraus aber nicht ergeben.