Papst Franziskus hat sich bei Flüchtlingen für die abweisende Haltung Europas entschuldigt. "Viel zu oft haben wir euch nicht aufgenommen. Vergebt die Abschottung und die Gleichgültigkeit", sagte er in einer Videobotschaft an das Zentrum des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Rom. Wer immer aufgrund von Verfolgung, Krieg, Umweltschäden oder ungerechter Verteilung von Ressourcen aus seiner Heimat fliehe, sei "ein Bruder, mit dem man das Brot, das Haus, das Leben teilt".

Die Gesellschaften der Aufnahmeländer fürchteten, wegen der Neuankömmlinge das eigene Leben und die Mentalität ändern zu müssen, sagte Franziskus. "Ihr werdet als eine Last, ein Problem, ein Kostenfaktor behandelt und seid in Wirklichkeit ein Geschenk." Flüchtlinge zeigten, wie sich erlittenes Unrecht in etwas Gutes für alle verwandeln könne. Jeder Migrant sei "eine Brücke, die ferne Völker verbindet und die Begegnung zwischen Religionen und Kulturen ermöglicht".

Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe rief er auf, sich ihrerseits von ihren Klienten leiten zu lassen: "Die Flüchtlinge kennen die Wege, die zum Frieden führen, denn sie kennen den herben Gestank des Krieges", so der Papst. "Wenn man gemeinsam geht, macht der Weg weniger Angst." Franziskus äußerte sich zum 35-jährigen Bestehen des Centro Astalli in Rom, das die Flüchtlingsarbeit des Jesuitenordens in Italien koordiniert.

Erst vor wenigen Tagen hatte Papst Franziskus die griechische Insel Lesbos besucht und zwölf Flüchtlinge nach Rom mitgenommen.

Rom - Drei syrische Familien finden Zuflucht im Vatikan Nach Papst Franziskus' Besuch auf der griechischen Insel Lesbos befinden sich nun drei syrische Familien auf seine Einladung in der Obhut des Vatikan. Sie sind froh, in Sicherheit zu sein, und lernen jetzt Italienisch.