Nach der Festnahme von zwei 16-jährigen mutmaßlichen Salafisten laufen die Ermittlungen im Fall des Bombenanschlags auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen weiter. "Wir halten den Fahndungsdruck sehr hoch", sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler vermuten, dass die beiden unter Terrorverdacht stehenden Jugendlichen nicht allein für die Bombenexplosion verantwortlich sind.

Am späten Donnerstagabend hatte die Polizei einen weiteren jungen Mann in Gewahrsam genommen, der möglicherweise in Verbindung mit dem Anschlag steht. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Ob und inwiefern der Mann Kontakt zu den beiden 16-Jährigen hatte, werde derzeit geprüft. Die Jugendlichen sitzen weiter in Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte die beiden 16-Jährigen am Donnerstag festgenommen. 60 bis 70 Beamte seien auch weiterhin rund um die Uhr im Einsatz, um die Tat aufzuklären.

Die in Deutschland geborenen tatverdächtigen Jugendlichen sollen am Samstag nach einer indischen Hochzeit im Gebetshaus der Religionsgemeinschaft Sikh in Essen eine Bombe gezündet haben. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Über das Motiv der Tat wurde bislang nichts bekannt, die Ermittler gehen aber von islamistisch motiviertem Terrorismus aus.

Dem Anschlag zum Trotz hält die Gemeinde an ihrer bereits seit Langem geplanten Prozession durch die Essener Innenstadt an diesem Samstag fest. Sie erwartet mehrere Tausend Teilnehmer. Bei der Nagar Kirtan genannten Prozession wird die Heilige Schrift der Religionsgemeinschaft mitgeführt. Die Veranstaltung soll unter anderem die Gemeinde in der Öffentlichkeit bekannt machen.