Die Explosion in einem Tempel der Religionsgemeinschaft der Sikh in Essen am vergangenen Samstagabend war nach Angaben der Polizei die Tat islamistisch orientierter Terroristen. "Wir müssen von einem Terrorakt ausgehen, von religiös eingefärbtem Terror der islamistischen Szene", sagte der Essener Polizeipräsident Frank Richter. Eine direkte Zugehörigkeit der beiden tatverdächtigen Jugendlichen zu einer bestimmten Gruppierung könne jedoch noch nicht vorgenommen werden.

Die beiden Jugendlichen sollen am Samstag nach einer indischen Hochzeit im Gebetshaus der Religionsgemeinschaft Sikh in Essen eine Bombe gezündet haben. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Er wird nach wie vor im Krankenhaus behandelt. "Es hätte sehr viel mehr passieren können, wenn sich zum Zeitpunkt des Anschlages noch Menschen in dem Gebäude befunden hätten", sagte Richter.

Am Mittwochabend hatte sich nach Polizeiangaben einer der beiden 16-Jährigen auf einer Polizeiwache in Gelsenkirchen gestellt. Der zweite Verdächtige sei in der Nacht zum Donnerstag durch Spezialeinheiten in Essen festgenommen worden.

Laut Polizei beschäftigen sich weiter 60 bis 70 Polizisten mit dem Fall. Vor der Festnahme waren es mehr als hundert Beamte gewesen. Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gab es, nachdem die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht hatte. 

Richter sagte, es müssten nun noch zahlreiche Spuren ausgewertet werden. Möglicherweise werde es auch noch weitere Festnahmen geben. Beide Festgenommenen sollten noch am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen werden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte, die Polizei in seinem Bundesland gehe entschlossen gegen "salafistische Extremisten" vor. Der Fahndungs- und Ermittlungsdruck in Nordrhein-Westfalen sei hoch.

Bei der Detonation am Samstagabend nach einer Hochzeitsfeier waren in dem Sikh-Tempel ein 60-Jähriger schwer und zwei weitere Männer im Alter von 47 und 56 Jahren leicht verletzt worden.