Ein syrischer Journalist, der sich in Berichten als Gegner der Terrormiliz "Islamischer Staat"(IS) präsentiert hat, ist bei einem Attentat im Süden der Türkei schwer verletzt worden. Mohammed Saher al-Schurkat wurde auf einer Straße in der Stadt Gaziantep von einem maskierten Mann in den Kopf geschossen. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Dogan und Anadolu. Der Journalist liegt auf der Intensivstation.

Laut Dogan geht die Polizei davon aus, dass der Attentäter der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" angehört. Zu diesem Schluss kamen die Behörden nach der Auswertung von Überwachungskameras und Zeugenaussagen.


Der in Gaziantep lebende syrische Aktivist Ibrahim al-Idelbi sagte, dies sei der zweite Mordanschlag auf Al-Schurkat innerhalb von drei Monaten gewesen. Laut Al-Idelbi hat Mohammed al-Schurkat in Syrien als Rebellenkommandeur gegen die Soldaten der syrischen Armee gekämpft. In seiner Heimatstadt Al-Bab betägtigte er sich als Medienaktivist, bis der IS die Stadt einnahm.

Al-Schurkat sei in die Türkei geflohen und habe dort als Journalist für den Fernsehsender Aleppo Today gearbeitet, sagte Ibrahim al-Idelbi. Gemeinsam mit einem weiteren Aktivisten hat Mohammed al-Schurkat für das Medium eine Sendereihe gegen den IS gemacht.

Es ist nicht das erste Mal, dass IS-kritische Journalisten in der Türkei angegriffen wurden. Im Dezember 2015 war der syrische Aktivist Nadschi al-Dscherf in Gaziantep von einem Attentäter erschossen worden.

Auch Al-Dscherf hat in Dokumentationen den "Islamischen Staat" kritisiert. Im Oktober 2015 wurden außerdem zwei Mitglieder der Aktivistengruppe Raqqa is being slaughtered silently (RIBSS) in der türkischen Stadt Şanlıurfa von IS-Mitgliedern getötet. Die Aktivisten filmen verdeckt in der vom IS kontrollierten syrischen Stadt Rakka und machen die Taten der Terrorgruppe öffentlich.