Das ägyptische Militär hat nach Angaben der Fluggesellschaft EgyptAir Körperteile von Insassen der abgestürzten Maschine im Mittelmeer gefunden. Zudem seien weitere Trümmerteile, persönliche Gegenstände und Sitze geortet worden, teile die Airline mit. Die Suche gehe weiter. Zuvor hatte auch die ägyptische Armee berichtet, etwa 290 Kilometer nördlich von Alexandria seien Wrackteile gefunden worden.

Der Flug MS804 war in der Nacht zum Donnerstag mit 66 Menschen an Bord von Paris unterwegs nach Kairo, als er vom Radar verschwand. Die Unglücksursache ist noch nicht geklärt. Über Satellitenbilder konnte möglicherweise auch eine Ölspur des Flugzeugs ausgemacht werden. Der Sentinel-1A habe rund 40 Kilometer südöstlich der letzten bekannten Position des Airbus einen etwa zwei Kilometer großen Fleck im Wasser ausgemacht, bei dem es sich um Öl handeln könne, teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA am Freitag mit.

Mysteriös erscheint den Experten, dass die als erfahren geltenden Piloten vor dem Absturz keinen Notruf absetzten. Der Airbus war plötzlich nach rechts und links geschlingert, bevor er ins Mittelmeer stürzte. Mehr Klarheit kann aber nur eine Auswertung der Flugschreiber geben. Das Meer ist in dem vermuteten Absturzgebiet auf halber Strecke zwischen Kreta und Alexandria 2.500 bis 3.000 Meter tief. Die Bergung der Blackboxes könnte daher dauern. Frankreich schickte ein Spezialschiff zur Suche danach.

"Absolut kein Hinweis"

Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault warnte vor voreiligen Schlüssen zur Absturzursache. Er sagte dem Sender France-2, es gebe "absolut keinen Hinweis", warum das Flugzeug abstürzte. Der stellvertretende Verkehrsminister Alain Vidalies sagte dem Radiosender France Info, zu diesem Zeitpunkt werde keine Theorie favorisiert.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi beauftragte Experten von Marine, Luftwaffe, Armee und das Luftfahrtministerium mit der Suche. Zudem trafen drei französische Ermittler und ein Technikexperte von Airbus in Kairo ein, um bei der Aufklärung zu helfen. Auch Griechenland sucht das Seegebiet mit Flugzeugen und einer Fregatte ab. Am Donnerstag hatte es zunächst widersprüchliche Meldungen über Funde südöstlich der griechischen Insel Karpathos gegeben.