Internationale Rettungskräfte haben im Mittelmeer mehr als 2.000 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die Schiffe der italienischen und irischen Marine sowie der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mussten allein am Montag bei 15 verschiedenen Rettungseinsätzen Hilfe leisten.

Nach Angaben der italienischen Küstenwache waren die Menschen auf insgesamt 14 Schlauchbooten und einem Holzboot auf dem Weg über das Mittelmeer nach Italien. Zwei italienische Kriegsschiffe nahmen rund 500 Flüchtlinge auf. Zwei Schiffe der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen holten 788 Menschen an Bord, ein irisches Kriegsschiff mehr als hundert Flüchtlinge.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist der Weg über das Meer zwischen Libyen und Italien inzwischen die Hauptroute für Asylsuchende auf dem Weg nach Europa. Nach Einschätzung der Behörden wird im Zuge des nahenden Sommers und der damit besseren Wetterbedingungen die Zahl derer deutlich ansteigen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Meer machen.

Ebenfalls am Montag hatten die EU-Außenminister beschlossen, ihren Militäreinsatz vor der Küste Libyens auszuweiten. Die Operation Sophia soll es ermöglichen, dass EU-Soldaten künftig auch Unterstützung beim Wiederaufbau einer libyschen Küstenwache und Marine leisten. Die Sicherheitskräfte sollen vor allem in die Lage versetzt werden, Schleuserkriminalität zu bekämpfen.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich in Libyen derzeit bis zu eine Million Migranten aufhalten. Über das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land in Nordafrika waren allein im vergangenen Jahr mehr als 150.000 Menschen nach Europa gelangt.