Im nordfranzösischen Douchy-les-Mines hat die Polizei ein Treibstoffdepot geräumt, das seit vergangenem Donnerstag von Arbeitern besetzt gewesen war. Das teilten Vertreter der Gewerkschaft mit. Demnach wurde bei dem Einsatz auch ein Wasserwerfer eingesetzt. Zu Ausschreitungen kam es den Angaben zufolge aber nicht.

Mit der Besetzung protestierten die Arbeiter gegen die Arbeitsmarktreform der Regierung. Überall im Land taten es ihnen Gewerkschaftsmitglieder gleich. Am Montag waren sechs der acht Raffinerien des Landes betroffen, als eine Folge ging vielen Tankstellen der Sprit aus. Premierminister Manuel Valls hatte angekündigt, die Blockaden räumen zu lassen. Am Dienstag war dies bereits in Fos-sur-Mer am Mittelmeer geschehen. Die Beamten setzten dort Tränengas gegen Gewerkschaftsaktivisten ein.

Die Regierung will die geplanten Arbeitsrechtsmaßnahmen gegen massiven Widerstand durchsetzen. Präsident François Hollande hat wiederholt bekräftigt, dass er daran festhalten werde. Vorgesehen sind unter anderem eine Lockerung des Kündigungsschutzes und eine Aufweichung der 35-Stunden-Woche, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Die Regierung hatte die Arbeitsmarktreform ohne Abstimmung in erster Lesung durch das Parlament gebracht. Grundlage ist eine in der Verfassung verankerte Sonderprozedur.