Die griechische Polizei hat damit begonnen, die Gleise im wilden Flüchtlingscamp in Idomeni an der mazedonischen Grenze zu räumen. Das berichtet Spiegel Online unter Berufung auf einen Polizisten und einen Regierungssprecher. Ziel sei es, die Gleise wieder befahrbar zu machen.

Allerdings würden sich etwa 100 Menschen mit einer Sitzblockade gegen den Polizeieinsatz wehren. Die Behörden wollten die Bahnstrecke bis Samstag geräumt haben, berichtete Spiegel Online.

Die Bahnstrecke ist für den Güterverkehr sehr wichtig. Flüchtlinge blockieren seit sieben Wochen den Abschnitt bei Idomeni. Sie protestieren gegen die Schließung der Grenze nach Mazedonien.

Ein Teil des illegalen Lagers befindet sich direkt auf der Bahnstrecke. Laut Spiegel Online leben in Zelten auf den Gleisen etwa 2.000 Menschen. Insgesamt campieren weiterhin etwa 10.000 Menschen in Idomeni. Sie hoffen auf eine Öffnung der seit Monaten geschlossenen Balkanroute.

Die griechische Regierung strebt seit Längerem an, dass die Flüchtlinge freiwillig in reguläre Lager umziehen. Doch nur wenige Menschen folgten dem Aufruf der Behörden, sich mit Bussen in andere Camps bringen zu lassen.

Räumung noch im Mai

Als Zeitpunkt für die endgültige Räumung des Lagers strebt Griechenland Ende Mai an. Nun rief die Regierung die Hilfsorganisationen vor Ort auf, dabei zu helfen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Flüchtlinge freiwillig aus dem Lager zögen. Wenn Idomeni nicht gewaltsam geräumt werden solle, müssten auch die Hilfsorganisationen zur Umsiedlung aufrufen, sagte der griechische Minister für Migration, Ioannis Mouzalas, der Athener Tageszeitung Kathimerini.

Nach der Schließung der Balkanroute und dem am 20. März in Kraft getretenen EU-Abkommen mit der Türkei über eine Rücknahme illegaler Einwanderer ist die Zahl der aus der Türkei kommenden Flüchtlinge in Griechenland drastisch gesunken. Binnen 24 Stunden kamen bis Donnerstagmorgen nur 87 Migranten an. Am Vortag waren es 55 gewesen. Im April waren insgesamt 3.469 Menschen angekommen. Bislang sind knapp 400 Menschen in die Türkei zurückgeschickt worden.