Auf dem Mittelmeer ist erneut ein Boot voller Geflüchteter in Seenot geraten. 20 bis 30 Migranten könnten dabei ums Leben gekommen sein, sagte Rino Gentile, ein Sprecher der EU-Mission Eunavfor Med. Das Boot war vor der libyschen Küste in Seenot geraten.

An Bord des Holzbootes seien insgesamt etwa 100 Menschen gewesen. Etwa 50 seien mittlerweile von einem spanischen Schiff gerettet worden, die Rettungsaktion sei noch im Gange. Die italienische Küstenwache wollte die Zahl der Opfer nicht bestätigen, teilte aber mit, sie sei selbst mit zwei Schiffen im Einsatz.

Die private Organisation Sea-Watch berichtet von deutlich mehr gesunkenen Booten in der Region sowie deutlich mehr Toten. Demzufolge seien mindestens drei Flüchtlingsboote gesunken. Offiziell bestätigt wurden die Angaben aber nicht.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind in den ersten fünf Monaten mehr als 190.000 Menschen über das Mittelmeer geflohen. Davon knapp 156.000 nach Griechenland und 34.000 nach Italien. 1.375 Menschen gelten als vermisst oder tot.

Die derzeit steigende Zahl von Flüchtlingsbooten bringt auch die Bundeswehr im Seegebiet zwischen Libyen und Italien an ihre Kapazitätsgrenze. "Wir sind ein bisschen erschrocken über die große Zahl derjenigen, die jetzt, wo das Wetter stabil ist, aus Libyen kommen", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Libyen derzeit bis zu eine Million Migranten aufhalten.