Die kurdische Extremistengruppe Kurdische Freiheitsfalken (TAK) hat die Verantwortung für einen Selbstmordanschlag im Nordwesten der Türkei übernommen. Nach Angaben der Extremisten war es eine Anhängerin der Gruppe, die sich vergangene Woche in der Nähe der wichtigsten Moschee der Stadt Bursa in die Luft gesprengt hatte. Bei dem Anschlag kam die Frau ums Leben, acht weitere Personen wurden verletzt.

Bursa ist die viertgrößte Stadt der Türkei und liegt südlich von Istanbul. Die TAK hatte früher Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Diese gilt in der Türkei, der EU und den USA als terroristische Organisation und kämpft für eine kurdische Autonomie der Region. Die TAK hatte sich bereits zu zwei weiteren Selbstmordanschlägen bekannt. Bei diesen waren im Februar und März in der Hauptstadt Ankara insgesamt 66 Menschen ums Leben gekommen.

Im Südosten der Türkei wurden derweil zwei weitere Autobombenanschläge verübt. Ein Anschlag habe sich vor einer Wache der Gendarmerie in der Stadt Dicle in der Provinz Diyarbakır ereignet, sagten Sicherheitskräfte. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. Und bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache in der südosttürkischen Stadt Gaziantep wurden zwei Beamte getötet. Nach Angaben des Provinzgouverneurs wurden dort zudem 19 Polizisten und vier Zivilisten verletzt. Vor gut einer Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Gaziantep besucht.

Seit dem Zusammenbruch eines zweieinhalb Jahre geltenden Waffenstillstands im vergangenen Sommer gibt es im türkischen Südosten regelmäßig Gefechte zwischen Armee und Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Dabei wurden bereits Tausende Extremisten und Hunderte Zivilisten getötet.

Seit Jahresbeginn gibt es immer mehr Anschläge in der Türkei. Nicht nur kurdische Extremisten begehen Anschläge, auch die radikalislamistische Terrorgruppe "Islamischer Staat" verübte mehrere Anschläge, zwei davon in der bei Touristen beliebten Metropole Istanbul.