Der Polizeichef von San Francisco, Greg Suhr, gibt sein Amt auf. Wie der Bürgermeister der kalifornischen Metropole mitteilte, kam Suhr seiner Aufforderung zum Rücktritt nach. Er hoffe, dass die Entscheidung "die Stadt heilen" werde, sagte Ed Lee.

Wenige Stunden zuvor war eine schwarze Frau von einem Polizisten erschossen worden. Nach Polizeiangaben war die 27-Jährige in einem gestohlenen Auto unterwegs und hatte Aufforderungen zum Anhalten ignoriert.

Gemeinsam mit der Stadt trauere er um die Frau, sagte der Bürgermeister. Bislang habe er Vertrauen in Suhrs Reformwillen bei der Polizei gehabt. Nach diesem Vorfall sei er aber zu dem Schluss gekommen, dass nun andere Schritte nötig seien.

Die vergangenen Monate hätten die Stadt erschüttert und entzweit, sagte der Bürgermeister. Aktivisten hatten seit Monaten Suhrs Rücktritt gefordert. Die seit vielen Jahren schwelenden Spannungen zwischen Polizisten und schwarzen Gemeinden seien offen zutage getreten. Zwar habe es in der jüngsten Vergangenheit Fortschritte gegeben, diese hätten jedoch nicht gereicht – weder ihm noch dem Polizeichef.

Wie in vielen anderen US-Städten, wird auch der Polizei in San Francisco seit Längerem Rassismus und Gewalt gegen schwarze Bürger vorgeworfen. So war im Dezember ein mutmaßlicher Messerstecher von mehreren Polizisten erschossen worden. 

Für Empörung sorgten auch Textnachrichten und E-Mails zwischen Polizisten mit rassistischem und sexistischem Inhalt. Beamten hatten sich abfällig über Schwarze, Araber, Homosexuelle und Latinos geäußert. Von den Vorwürfen war auch die Polizei im kalifornischen Los Angeles betroffen.