Der US-Schauspieler Bill Cosby muss sich nun doch wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten. Das hat eine Richterin bei einer vorbereitenden Anhörung in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania entschieden. Die Beweise reichten aus, einen Prozess gegen den 78-Jährigen anzustrengen. Erstmals seit Bekanntwerden der Vorwürfe erschien Cosby, der in den 1980er Jahren mit der Bill Cosby Show weltbekannt geworden war, vor Gericht. Er äußerte sich jedoch bislang nicht.

Eine frühere Universitätsangestellte beschuldigt Cosby, er habe ihr im Jahr 2004 Tabletten verabreicht und sie dann in seinem Haus sexuell belästigt. Cosby beteuert dagegen, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Die Frau selbst erschien nicht zur Anhörung, ihre Vorwürfe wurden verlesen. 

Mehr als 50 Frauen hatten ähnliche Vorwürfe gegen Cosby erhoben. Die mutmaßlichen Taten liegen jedoch Jahrzehnte zurück und gelten damit als verjährt. Über seine Anwälte hatte der Schauspieler die Vorwürfe bislang zurückweisen lassen und wegen Rufmords geklagt. Zahlreiche Frauen haben gegen Cosby Zivilverfahren angestrengt, der jetzige Fall in Pennsylvania ist bislang das einzige Strafverfahren gegen ihn. Sollte er verurteilt werden, drohen Cosby zehn Jahre Gefängnis. Mitte Juli soll die Anklage gegen ihn verlesen werden.