Eine als Flüchtlingsunterkunft genutzte Halle auf dem Düsseldorfer Messegelände ist komplett ausgebrannt. Nach derzeitigem Stand seien alle etwa 130 Männer, die beim Ausbruch des Feuers in der Halle in der Nähe des Messegeländes waren, gerettet worden, teilte die Stadt mit. 28 Flüchtlinge erlitten eine Rauchgasvergiftung. Auch ein Feuerwehrmann und ein Helfer aus der Unterkunft wurden leicht verletzt. 

Als die Löschzüge eintrafen, habe die rund 5.000 Quadratmeter große ehemalige Messehalle komplett in Flammen gestanden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Einige der Flüchtlinge wurden nach DRK-Angaben von dem Brand im Schlaf überrascht, konnten aber von Helfern rechtzeitig wachgerüttelt werden.

In der Halle waren etwa 280 allein reisende Männer untergebracht, vor allem Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger bot an, sie in einer Einrichtung des Landes NRW unterzubringen.

Sechs Flüchtlinge wegen Brandstiftung verdächtigt

Noch während der Löscharbeiten nahm die Polizei mehrere Flüchtlinge in Gewahrsam. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen sechs Bewohner wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Sie seien zur Vernehmung ins Polizeipräsidium gebracht worden, teilte die Polizei mit. Hinweise auf eine fremdenfeindliche Straftat gebe es nicht.

Nach Polizeiangaben war in der Unterkunft bereits vor etwa zwei Wochen ein Feuer gelegt worden. Es sei nur geringer Sachschaden entstanden. Der Täter habe jedoch nicht ermittelt werden können.

Über Düsseldorf breitete sich eine dunkle Rauchwolke aus, Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen zu schließen. Der Betrieb auf dem nahe gelegenen Flughafen und der Messe wurde nicht unterbrochen.