Ein Mann hat in einem Nachtclub in Orlando im US-Bundesstaat Florida in der Nacht auf Sonntag um sich geschossen und 50 Menschen getötet. Das sagte der Bürgermeister der Stadt, Buddy Dyer. Weitere 53 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer.

Der Täter habe sich mit einem Angestellten einen Schusswechsel geliefert, sagte Polizeichef John Mina. Danach sei er in den Club zurückgekehrt und habe Geiseln genommen. Gegen fünf Uhr morgens Ortszeit stürmte eine Spezialeinheit schließlich den Club und erschoss den Angreifer. Der Täter habe ein Sturmgewehr und eine Pistole bei sich gehabt sowie einen verdächtigen, aber noch nicht identifizierten Gegenstand, sagte Mina.

US-Präsident Barack Obama sprach von einem "Akt des Terrors" und "Akt des Hasses". Den Opfern und Angehörigen sprach er sein Beileid aus. Gleichzeitig verwies er einmal mehr darauf, wie leicht es für Angreifer sei, sich in den USA eine Waffe zu besorgen, um Unschuldige in Schulen, Kirchen und Kinos zu töten. "Wir müssen entscheiden, ob das das Land ist, in dem wir leben wollen."

Laut Mina befanden sich zum Zeitpunkt der Tat mehr als 300 Menschen in dem Club. "Die Menschen auf der Tanzfläche und an der Bar haben sich auf den Boden geworfen und einige von uns konnten durch die Hintertür flüchten", hieß es auf der Facebook-Seite des Clubs, die nicht mehr verfügbar ist. 

Mehreren Medienberichten zufolge habe sich der Attentäter zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Das habe der Mann vor der Tat in einem Anruf an die Notrufhotline 911 gesagt, berichten die Fernsehsender CNN und NBC. Die Medien berufen sich dabei auf die Justizbehörden.

Der Täter war nach übereinstimmenden Medienberichten US-Bürger. Die Sender CBS, NBC und die Washington Post berichteten unter Berufung auf die Justiz, Omar M. sei 1986 geboren worden und habe in St. Port Lucie gelebt, das liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Orlando.

Die US-Bundespolizei FBI stufte die Tat als möglichen Terrorakt ein und erklärte, der Täter habe möglicherweise Verbindungen zum Islamismus gehabt. Es hieß allerdings, der Mann stehe nicht auf der Terrorliste der Regierung. Auch ein Hassverbrechen wird noch nicht ausgeschlossen, so das FBI. Nie gab es bei einem Schusswaffen-Attentat in den USA mehr Opfer. Bei einem Amoklauf 2007 an der Virginia Tech Universität waren 32 Menschen gestorben.    

Präsident Barack Obama will sich um 13.30 Uhr Ortszeit zu der Tat äußern. Er hat die Bundesbehörden bereits angewiesen, der Polizei in Florida jegliche Hilfe zukommen zu lassen, die in der Aufklärung und Untersuchung der Tat nötig sei, hieß es außerdem in einem Statement aus dem Weißen Haus. 

Das Gebiet um den Club wurde weiträumig abgesperrt, mehr als 100 Einsatzkräfte sind vor Ort, darunter auch eine Spezialeinheit zur Bombenentschärfung. Bei einer zwischenzeitlichen Explosion am Tatort gegen fünf Uhr Ortszeit habe es sich allerdings um eine kontrollierte Aktion der Polizei gehandelt, schrieben die Verantwortlichen auf Twitter. Möglicherweise wurde damit der Sturm auf das Gebäude eingeleitet.

Pulse ist ein Nachtclub, der vor allem in der LGBT-Szene beliebt ist. Im Internet präsentiert sich der Club als ein "Universum der Unterhaltung und des Phantasmas", als "der heißeste Club Orlandos". Gegründet wurde er 2004 unter anderem von Babara Poma, die aus einer italo-amerikanischen Familie stammt und nach Angaben auf der Homepage des Clubs im Jahr 1991 ihren Bruder John verlor, der an den Folgen einer Aids-Erkrankung starb.

Nur wenige Stunden zuvor war ebenfalls in Orlando die 22-jährige Sängerin Christina Grimmie nach einem Konzert getötet worden. Der Täter erschoss sich selbst noch am Tatort, es soll sich dabei um einen 27-Jährigen aus Florida handeln.