Der tödliche Angriff auf ein Polizistenpaar in Frankreich war nach den Worten von Staatspräsident François Hollande "unbestreitbar ein Terrorakt". Das Land sehe sich mit einer Terrorbedrohung von sehr großem Ausmaß konfrontiert, sagte Hollande. Die Polizei geht einem möglichen islamistischen Hintergrund nach. Laut mehrerer Nachrichtenagenturen hatte sich der Geiselnehmer in Verhandlungen mit der Polizei zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. 

Der Täter hatte in der Nacht in Magnanville bei Paris zunächst einen Polizisten erstochen, wobei er nach Zeugenberichten Allahu akbar (arabisch für: Gott ist groß) gerufen haben soll. Danach nahm er Frau und Kind des Polizisten als Geisel und verschanzte sich in deren Wohnung. Sondereinheiten der Polizei stürmten die Wohnung in der Nacht und erschossen den Geiselnehmer, wie das Innenministerium mitteilte.

Die Frau des getöteten Polizisten, die als Geisel genommen worden war, sei tot aufgefunden worden. Ein dreijähriger Junge sei in der Wohnung "unter Schock, aber äußerlich unverletzt" gefunden und in Sicherheit gebracht worden. Die Verhandlungen mit dem Täter hätten kein Ergebnis gebracht, weswegen die Polizei das Hauses gestürmt habe, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Während des Einsatzes waren Detonationen zu hören.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Aus Behördenkreisen verlautete, dass der Täter wegen Anschlagsplanungen vorbestraft war. Der 25-Jährige sei 2013 wegen Zugehörigkeit zu einem Ableger einer französisch-pakistanischen Dschihad-Gruppe verurteilt worden, hieß es. Er stand demnach mit sieben anderen Verdächtigen vor Gericht und erhielt eine dreijährige Haftstrafe, von denen sechs Monate auf Bewährung ausgesetzt waren. Der Vorwurf lautete damals, er habe mit der Gruppe "Terroranschläge vorbereiten" wollen.

Die IS-Miliz bezeichnete den Täter als einen ihrer Aktivisten. Die auf die Auswertung islamistischer Nachrichtenseiten im Internet spezialisierte SITE-Gruppe zitierte eine Meldung der Nachrichtenagentur Amaq: "Kämpfer des Islamischen Staats tötet Vizechef der Polizeistation von Les Mureaux und seine Frau mit Stichwaffen nahe Paris." Amaq gilt als Sprachrohr des IS. Belege für eine Verbindung des Täters zum IS legte Amaq aber nicht vor.