Die Zahl der Toten ist nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern weiter gestiegen. In Simbach am Inn wurde nach Angaben der Polizei die Leiche eines 65-Jährigen gefunden. In der Region starben damit mindestens sechs Menschen infolge des schweren Unwetters. Zu Wochenbeginn waren bereits vier Menschen in Hochwassergebieten in Baden-Württemberg getötet worden.

Drei Menschen gelten in Niederbayern noch als vermisst. In dem Gebiet stehen nach wie vor mehrere Häuser unter Wasser. Taucher suchten nach weiteren möglichen Toten.

In der Nacht zum Freitag beruhigte sich die Wetterlage zunächst. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst auf – es werde aber weiterhin vor "markanten Gewittern" in weiten Teilen des Landes gewarnt. Am Freitag könne es besonders in Bayern wieder kräftig regnen, sagte ein DWD-Sprecher. In der Nacht regnete und gewitterte es in Hamburg und an der Nordsee. Gewitterstürme zogen zuvor über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinweg. 

Bis in die nächste Woche seien in Deutschland Schauer und Gewitter zu erwarten, sagte DWD-Meteorologe Simon Trippler. "Tief Friederike wird uns auch in den nächsten Tagen beschäftigen." Es werde zwar schwächer, bewege sich aber nur wenig und bringe weiter feuchtwarme Luft, die zu Schauern und Gewittern neige. "In der Atmosphäre ist kaum Bewegung", sagte Trippler. Das Unwetterpotenzial vor allem für Starkregen bleibe erhöht, weil entstehende Gewitterzellen ohne Antrieb nur langsam ziehen.

Für die schwer betroffenen Gebiete in Bayern versprach Finanzminister Markus Söder (CSU) Soforthilfe. "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1.500 Euro zur Verfügung stellen", sagte er. Das Warnsystem müsse verbessert werden. "Das Ganze kam so überfallartig, da ist mit Hochwasserschutz nichts zu machen", erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Man werde unbürokratisch helfen. Zerstörte Straßen, Brücken und Schienenstrecken sollten laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden.