Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will schnell ausgebildete Polizisten mit begrenzten Befugnissen zur Abwehr von Einbrechern einsetzen. Die Angehörigen einer sogenannten Wachpolizei sollten über eine Kurzausbildung verfügen, begrenzte Befugnisse haben, aber Uniform und Waffe tragen, sagte de Maizière der Rheinischen Post. "Sie können als Wache in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden." Auch könnten sie die Präsenz der Polizei erhöhen, sagte der Minister. Sachsen habe die Wachpolizei bereits eingeführt, es sei ein "zukunftsweisendes Modell".

Der Innenminister will zudem mehr Videoüberwachung zur Abwehr von Einbrechern einsetzen. Dies sei "ein wichtiges Element gegen Einbruchskriminalität". Bürger, die sich gegenseitig überwachen, lehne er aber ab. Es sei vielmehr denkbar, Kreuzungen in Einfamilienhaussiedlungen zum Kriminalitätsschwerpunkt zu erklären und dort öffentliche Kameras zu installieren.

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland war zuletzt deutlich gestiegen. Insgesamt wurde mit 167.136 Fällen im vergangenen Jahr ein Rekordwert registriert. Das entspricht einer Zunahme um 9,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Überdurchschnittlich hoch war laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2015 die Zahl der Wohnungseinbrüche in Hamburg (plus 20,2 Prozent), in Nordrhein-Westfalen (plus 18,1 Prozent) und in Niedersachsen (plus 13,1 Prozent). Vor allem in Großstädten kommt es vermehrt zu Taten. Viele dieser Einbrüche werden Tätern zugeschrieben, die bandenmäßig organisiert sind. 

Die Zunahme der Einbruchskriminalität und mögliche Gegenmaßnahmen beschäftigen auch die Innenministerkonferenz, die gerade im Saarland tagt.