Die Polizei hat einen bewaffneten Mann erschossen, der sich in einem Kino-Komplex im südhessischen Viernheim verschanzt hatte. Nach Polizeiangaben hatte er in dem Gebäude Geiseln genommen. Daraufhin stürmte ein Spezialeinsatzkommando das Kino und tötete den Mann. Die befreiten Geiseln seien nicht verletzt worden. In mehreren Medienberichten war zuvor von Verletzten durch Reizgas die Rede gewesen.

Eine Polizeisprecherin sagte, die Polizei habe den Mann im Kinokomplex in der Nähe des Einkaufsparks Rhein-Neckar-Zentrum orten können, dann sei es zu "einer Bedrohungssituation" gekommen. Ein Sprecher der Polizei Darmstadt sagte, seines Wissens habe der Geiselnehmer vier Schüsse abgegeben. Daraufhin habe die Polizei geschossen. Wie viele Geiseln er in seiner Gewalt hatte und wie viele Menschen sich in dem Komplex aufhielten, war zunächst nicht bekannt.

Hessens Innenminister Peter Beuth sagte, gegen 14.45 Uhr sei ein erster Notruf eingegangen. Darin hieß es, der Täter sei maskiert gewesen und habe eine Langwaffe – also ein Gewehr – bei sich. Ob es sich um eine scharfe Waffe handelte, sei unklar, sagte Beuth. Der Täter habe einen verwirrten Eindruck gemacht.  

Nähere Informationen, wer der Täter war und welches Motiv er verfolgte, gibt es laut Polizei bislang nicht. Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Darmstadt handelte es sich vermutlich nicht um eine Tat mit einem islamistischen Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt übernahm die Ermittlungen. Zu Medienberichten, wonach neben der Leiche des Täters eine Handgranate und ein Sprengstoffgürtel gefunden worden sein sollen, wollte sich die Behörde nicht äußern.