Der 18-Jährige, der in München neun Menschen erschossen hat, soll Rechtsextremist gewesen sein. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung und beruft sich auf Sicherheitskreise. Demnach war er begeistert von Adolf Hitler und stolz darauf, dass sein Geburtsdatum der 20. April war – dasselbe wie Hitler. Aus seinem engsten Umfeld heißt es dem Bericht zufolge, er habe sich in doppelter Hinsicht als "Arier" empfunden, weil er sowohl Deutscher als auch Iraner war. Iran gilt als Heimat der "Arier". Gehasst haben soll der 18-Jährige Türken und Araber, ihnen habe er sich überlegen gefühlt. 

Wie die Zeitung weiter schreibt, prüfen die Ermittler auch die Vermutung, ob David Ali S. gezielt Menschen mit ausländischen Wurzeln tötete. Von den neun Menschen, die er tötete, hatten die meisten einen Migrationshintergrund. Das hatte die Polizei zunächst als Zufall bewertet. Für diese Hypothese spreche auch, so die Zeitung, dass er mit der Munition, die er bei sich hatte, weit mehr Menschen hätte töten können. Er führte seine Tat zudem am 22. Juli 2016 aus, dem fünften Jahrestag der Anschläge des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik in Norwegen, bei denen 77 Menschen starben.

In einem im Internet veröffentlichten Video, das einen Streit zwischen dem 18-Jährigen und einem Anwohner des Olympia-Einkaufszentrums zeigt, sagte David Ali S., dass er Deutscher sei und in Deutschland geboren sei. Türken beschimpfte er. 

Das Bayerische Landeskriminalamt wollte den Bericht nicht bestätigen. Die Staatsanwaltschaft München teilte lediglich mit, dass die Motivlage des Amokschützen in alle Richtungen und mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geprüft würden. 

Am vergangenen Freitag hatte der 18-Jährige mit 300 Schuss Munition im Rucksack im Einkaufszentrum um sich geschossen und neun Menschen getötet. Nachdem ihn eine Polizeistreife in der Nähe des Tatorts angesprochen hatte, tötete er sich nach Polizeiangaben selbst. Bisher hatten die Ermittler angenommen, dass der Täter psychische Probleme hatte und möglicherweise aus Rache wegen Mobbings gehandelt habe.   

Ermittler fanden ein Manifest des Täters. Nach ihren Angaben hatte er zudem die Tatorte des Amoklaufs von Winnenden besucht. In der baden-württembergischen Stadt tötete ein 17-Jähriger im Jahr 2009 15 Menschen, bevor er in einem Schusswechsel mit der Polizei selbst starb.