Der Attentäter von Ansbach ist während seines Aufenthalts in Bulgarien dort zwei Mal von Fernsehjournalisten befragt worden. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wiederholte die Auszüge aus dem Jahr 2013. Darin sagt der junge Syrer unter anderem, dass er in Aleppo Mathematiklehrer gewesen sei. Er habe seine Familie verloren und daraufhin beschlossen zu fliehen.

Eine TV-Reporterin, die damals mit dem jungen Mann sprach, beschrieb ihn als "eher ruhig, zurückhaltend, sogar schüchtern". Er habe ihr gesagt, dass er Gewalt ablehne und Menschen nicht nach ihrem Glauben und ihrer Religion einteile.

Wie das bulgarische Innenministerium mitteilte, reiste der Mann im Juli 2013 illegal über die Türkei nach Bulgarien ein, das er ungefähr Mitte 2014 wieder verließ. In der Zeit sei er den Behörden nicht aufgefallen. Laut der Chefin der bulgarischen Flüchtlingsbehörde, Petja Parwanowa, erhielt der Syrer im Dezember 2013 "humanitären Schutz". Dieser Status erlaubt es anders als bei einer Anerkennung als Flüchtling nicht, ohne Visum innerhalb der EU zu reisen.

Dennoch gelangte der Mann nach Deutschland, von wo er eigentlich wieder nach Bulgarien hätte abgeschoben werden sollen. Anfang 2015 wurde der Bescheid aber außer Kraft gesetzt, der Mann wurde daraufhin geduldet. Mitte Juli erhielt er eine neue Abschiebeandrohung, wenige Tage später sprengte er sich in Ansbach vor einem Lokal in die Luft. Der Attentäter starb, 15 Menschen wurden verletzt.