In Bagdad sollen Sicherheitskräfte neue Geräte zum Aufspüren von Sprengsätzen in Fahrzeugen bekommen. Diese vom irakischen Regierungschef Haider al-Abadi angeordnete Maßnahme ist Teil eines neuen Sicherheitskonzeptes, mit dem der Premier auf den Anschlag vom Wochenende reagiert.

Zudem dürfen in der Hauptstadt an Kontrollstellen künftig keine Mobiltelefone mehr benutzt werden. Die Aufklärung aus der Luft soll verstärkt, die Koordination zwischen Sicherheitskräften in der Hauptstadt ausgeweitet und Kontrollposten neu organisiert werden.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am frühen Sonntagmorgen mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto inmitten einkaufender Menschen in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag wurden mindestens 119 Menschen getötet und laut Innenministerium 170 verletzt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). 

Premierminister Abadi hatte den Anschlagsort noch am Sonntag besucht und nach Angaben seines Büros versprochen, die für die Tat Verantwortlichen würden "bestraft".

Die USA gaben derweil bekannt, ihr Engagement gegen den IS verstärken zu wollen. Die jüngsten Attacken bestärkten Washington nur in der Entschlossenheit, die irakischen Sicherheitskräfte beim Vorgehen gegen den IS zu unterstützen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, Ned Price. Auch die Bemühungen um eine Beseitigung der IS-Terrornetzwerke und deren Führer würden forciert.