Nach dem Überfall von Islamisten auf ein Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka mit 28 Toten beschuldigt Innenminister Asaduzzaman Khan nun eine einheimische Islamistengruppe. Die Angreifer seien Mitglieder der Jamayetul Mujahideen Bangladesh, sagte Khan. "Sie haben keine Verbindungen zum 'Islamischen Staat'." Laut Regierungschefin Scheich Hasina wollen diese Bangladesch in einen "gescheiterten Staat" verwandeln. Ursprünglich hatte sich der "Islamische Staat" (IS) zu der Tat bekannt.

Die sieben Angreifer, von denen sechs bei der Beendigung der Geiselnahme getötet wurden, stammten aus Bangladesch, teilte die Polizei jetzt mit. Fünf von ihnen hätten auf einer Liste gesuchter Extremisten gestanden. Die Polizei habe vor der Tat mehrere Versuche unternommen, sie zu verhaften. Die schwer bewaffneten Attentäter hatten am späten Freitagabend mit "Allahu-Akbar"-Rufen ein Lokal im Diplomatenviertel gestürmt und dort vorrangig Ausländer getötet. Über zwölf Stunden hielten sie weitere Besucher und Mitarbeiter als Geiseln, bevor ein Sondereinsatzkommando mit mehr als 100 Mann das Gebäude stürmte.

Die Polizei veröffentlichte inzwischen die Namen und Fotos der sechs Erschossenen. Ein siebter Mann soll festgenommen und verhört worden sein. Laut Khan waren alle Angreifer gut ausgebildete junge Männer, die an der Universität studierten und überwiegend aus wohlhabenden Familien stammten. Keiner von ihnen sei auf eine islamische Hochschule gegangen. Auf die Frage, warum die Männer sich radikalisiert hätten, sagte Khan: "Es ist eine Mode geworden."

Die verbotene lokale Terrororganisation Jamayetul Mujahideen Bangladesh wird von Bangladeschs Regierung immer wieder für Anschläge verantwortlich gemacht. In den vergangenen Wochen hatte es eine Reihe von Angriffen auf säkulare Aktivisten, Blogger und Journalisten sowie Angehörige religiöser Minderheiten gegeben. Zu den meisten Angriffen bekannten sich der IS und der südasiatische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks. Die Regierung bestreitet jedoch, dass ausländische Islamistengruppen in Bangladesch aktiv seien. Regierungschefin Hasina sagte, sie sei "entschlossen, den Terrorismus und die Militanz auszurotten". Der Islam sei eine Religion des Friedens und das Töten in dessen Namen müsse gestoppt werden.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den "entsetzlichen Anschlag auf das Schärfste". Das Auswärtige Amt rät dazu, touristische Orte in Bangladesch zu meiden.