Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat dazu aufgerufen, in den Herkunftsländern von Flüchtlingen die Menschen besser über die Risiken einer Flucht nach Europa zu informieren. Es sei klar, dass "Flüchtlinge und Migranten vor Entscheidungen, die ihr gesamtes Leben betreffen, genaue und gezielte Informationen benötigen", sagte Steinmeier am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern internationaler Organisationen zur Flüchtlingskrise.

"Schleuser und Menschenhändler nutzen die Schwächen und Sehnsüchte der Menschen auf tragische Weise aus und verbreiten Fehlinformationen über Zielländer in Europa", sagte Steinmeier. Die Menschen müssten sowohl über Risiken als auch über Einwanderungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Die Weltgemeinschaft müsse sich darüber verständigen, wie Migration gesteuert werden könne, sagte Steinmeier.

An den Gesprächen nahmen der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, und der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Migrationsfragen, Peter Sutherland, teil. Außerdem der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), William Swing, der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, Elhadj As Sy, der Migrationskommissar der Europäischen Union, Dimitris Avramopoulos, sowie ein Geschäftsführer der Weltbankgruppe, Shaolin Yang.

Datenbank über weltweite Flüchtlingszahlen

Außerdem verständigten sich die Flüchtlingshilfsorganisationen auf eine neue Datenbank, die Flüchtlingsbewegungen rund um den Globus enthalten wird. Die Datenbank soll im Deutschlandbüro der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Berlin eingerichtet werden.

Derzeit sind weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie nie zuvor. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind etwa die Hälfte davon Kinder und Jugendliche.