In den USA sorgt ein weiterer Vorfall von offenbar willkürlicher Gewalt gegen Schwarze für Aufsehen: Bereits am Samstag schossen Polizisten im texanischen Houston den Afroamerikaner Alva Braziel nieder, später erlag dieser seinen Verletzungen.

Nach Angaben örtlicher Medien erklärte die Polizei, Braziel sei bewaffnet gewesen und habe sich geweigert, die Waffe fallen zu lassen. Stattdessen habe er sie auf die Beamten gerichtet. Nutzer der sozialen Netzwerke zogen diese Angaben der Polizei in Zweifel und forderten weitere Untersuchungen. Ihre Zweifel begründen sie vor allem mit einem Video, das einen anderen Tathergang zeigen soll. Auf den Bildern ist ein Mann zu sehen, der Braziel sein soll und der offensichtlich beide Hände erhoben hat, als ein Polizeiauto in seiner Nähe stoppt.

Der Fall Alva Braziel folgt auf ähnliche Vorfälle in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana und den Mord an fünf Polizisten in Dallas. So wurde der Schwarze Philando Castile von einem Polizisten nach einer Verkehrskontrolle in dessen Auto erschossen – erst durch das Facebook-Live-Video seiner Freundin wurde der Vorfall publik. Auch von dem CD-Verkäufer Alton Sterlin, der in Baton Rouge durch Polizeischüsse getötet worden war, erfuhr die Öffentlichkeit erst durch Handyaufnahmen.

Seitdem ist die Stimmung im Land aufgeheizt, die Sorge vor einer Eskalation wächst. In zahlreichen Städten des Landes demonstrieren Tausende seit Tagen meist friedlich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. In einigen Städten kam es jedoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei – es gab zahlreiche Festnahmen, auch in Baton Rouge.

Unter ihnen ist auch der bekannte Aktivist DeRay McKesson von der Bewegung Black Lives Matter. Polizisten nahmen ihn fest, während er die Demonstration filmte und das Verhalten der Polizei kommentierte. Unklar war zunächst der Grund für seine Festnahme. Später wurde ihm die Blockierung einer Autobahn zur Last gelegt, am Sonntag kam er gegen eine Kaution von 500 Dollar wieder frei.