Vier Tage nach dem Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Bagdad mit mindestens 292 Toten hat es am späten Donnerstagabend erneut ein Attentat im Irak gegeben: Bei einer Feier zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der Stadt Balad, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden mindestens 30 Menschen getötet und 50 weitere verletzt, wie die irakische Polizei berichtete. Zunächst war von 26 Toten und 52 Verletzten die Rede. Umliegende Krankenhäuser bestätigten die Zahlen. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm zunächst niemand.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich demnach in der Nähe von Polizeibeamten in die Luft, die den Eingang des schiitischen Sajid-Mohammed-Schreins während des Fests bewachten. Daraufhin drangen ein zweiter Attentäter und neun Bewaffnete in die Stätte ein, wo sie Familien und Sicherheitskräfte ins Visier nahmen. Ein dritter Selbstmordattentäter sei getötet worden, berichtete die Polizei weiter.

Am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Zentrum von Bagdad in die Luft gesprengt und dabei nach Angaben von Krankenhaus- und Polizeifunktionären mindestens 186 Menschen getötet. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, die Zahl der Todesopfer liege nun gar bei 292.