Die dem "Islamischen Staat" (IS) nahestehende Plattform Amaq hat ein Video veröffentlicht, in dem der Angreifer von Würzburg zu sehen sein soll. In dem rund zwei Minuten langen Beitrag preist der Mann, der von der Plattform als Mohammed M. identifiziert wird, die Terrormiliz. "Ich bin ein Soldat des 'Islamischen Staates' und beginne eine heilige Operation", sagt der Mann mit einem Messer in der Hand.

Das bayerische Innenministerium bestätigte am Dienstagabend die Echtheit des Videos. "Der Mann auf dem Video ist der Täter von Würzburg", sagte ein Sprecher von Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

"Die Zeiten sind vorbei, in denen ihr in unsere Länder gekommen seid, unsere Frauen und Kinder getötet habt und euch keine Fragen gestellt wurden", sagt der Mann in dem Video. "So Gott will, werdet ihr in jeder Straße, in jedem Dorf, in jeder Stadt und auf jedem Flughafen angegriffen." Spezifische Angaben zu seinen Plänen macht er nicht.

Der Mann spricht Paschtunisch – eine Sprache, die in Afghanistan und Pakistan verbreitet ist. Das Video ist zudem arabisch untertitelt. Ob es Amaq zugespielt wurde oder ob sie es direkt von M. erhalten hat, ist derzeit unklar.

Zweifel an Herkunft des Täters

Deutsche Ermittler bezweifeln aufgrund des Videos, dass der Täter wie bisher vermutet aus Afghanistan stammt. Paschtu weise je nach Herkunft unterschiedliche Ausprägungen auf, berichtet das heute-journal des ZDF unter Berufung auf Sicherheitskreise. Für Begriffe wie "Selbstmord", "Regierungen", "Militär", "Körper" und "Muslime" verwende der Täter aber die pakistanische Variante. Auch sei seine Aussprache nach Einschätzung von Sprachexperten eindeutig pakistanisch.

Den ZDF-Informationen zufolge stimmt der vom IS angegebene Name des Mannes zudem nicht mit dem Namen überein, mit dem er in Deutschland registriert worden ist. Nach Einschätzung von Ermittlern gebe es Anhaltspunkte, dass sich der Täter bei seiner Registrierung als Afghane ausgegeben habe, um seine Chance zur Anerkennung als Flüchtling in Deutschland zu erhöhen. In seinem Zimmer habe die Polizei auch ein pakistanisches Dokument gefunden.

Bereits zuvor hatte der IS die Axtattacke für sich beansprucht. Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, teilte Amaq mit. Er habe auf Aufrufe reagiert, die Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die den IS bekämpfen.

Der 17-Jährige hatte in einem Regionalzug bei Würzburg Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen und vier Menschen schwer verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um eine Familie aus Hongkong. Bei der Flucht aus dem Zug soll er zudem eine Anwohnerin verletzt haben. Als er mit seinen Waffen auf die gerufenen Einsatzkräfte losgegangen sei, hätten diese mehrmals geschossen und den Angreifer getötet, hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mitgeteilt.