Der Springer-Verlag muss dem Wettermoderator Jörg Kachelmann 395.000 Euro für die Berichterstattung über den Prozess gegen ihn bezahlen – weniger als in erster Instanz festgelegt. Das entschied das Oberlandesgericht Köln am Dienstag. In erster Instanz hatte das Landgericht Köln ihm 635.000 Euro zugesprochen.

Laut dem Gerichtssprecher können zu der Entschädigung Zinsen hinzukommen, Spiegel Online nennt eine Gesamtsumme von 513.000 Euro. Der 15. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln sah, wie das Landgericht, keine zielgerichtete Pressekampagne gegen den Kläger als erwiesen an.

Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. In der Berichterstattung über seinen Prozess hatte die Bild-Zeitung nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrfach die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt.

Die bisher höchste Entschädigung in einem ähnlichen Verfahren lag bei 400.000 Euro für die schwedische Prinzessin Madeleine, ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg von 2009.