Im Strafprozess um die Morde der rechtsextremen NSU wird dieses Jahr kein Urteil fallen. Das Oberlandesgericht München legte 74 weitere Verhandlungstage bis Anfang September 2017 fest. Der Prozess, der die Ermordung von neun Männern griechischer und türkischer Abstammung und einer Polizistin sowie Bombenanschläge und Raubüberfälle aufklären soll, hatte im Mai 2013 begonnen. Bisher beraumte der Staatsschutzsenat unter dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl Termine bis Anfang 2017 an.

Die beiden prominentesten Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben haben sich teilweise zur Anklage geäußert und die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden die Taten in den Jahren 2000 bis 2011 begangen. Angeklagt sind fünf mutmaßliche Beteiligte und Helfer.

In den mehr als 300 zurückliegenden Verhandlungstagen hat das Gericht bereits Tausende Dokumente durchgearbeitet und Hunderte Zeugen und Sachverständige befragt. Zahlreiche Opfer und Hinterbliebene treten als Nebenkläger auf und versuchen auch, die Rolle der Ermittlungsbehörden aufzuklären, die den mutmaßlichen Tätern jahrelang nicht auf die Spur kamen.